Der Auslandshund

Viele Hunde finden aus dem Ausland ihren Weg in ein neues Zuhause in Deutschland, die meisten mit Hilfe von deutschen Tierschützern. Man hört viele Argumente gegen den Auslandstierschutz. Wir möchten hier einige aufzählen. 

 

Argument 1:  Hunde aus dem Ausland können Krankheiten aus dem Ausland mitbringen.

Ja, das stimmt.

Aber: Es werden deshalb in Deutschland nicht mehr Hunde krank. Fast alle Auslandskrankheiten sind sogenannte Vektorenkrankheiten, das heißt, sie werden nicht von Tier zu Tier oder von Tier zu Mensch übertragen, sondern der Erreger (z.B. eine Zecke oder die Sandmücke) muss selbst den Hund befallen, damit dieser infiziert wird. Ein Hund, der eine Anaplasmose oder eine Leishmaniose hat, steckt keinen Hund in Deutschland an.

 

Argument 2: Hunde aus dem Ausland machen den Hunden aus den deutschen Tierheimen Konkurrenz.

Das stimmt nicht. In deutsche Tierheime werden vorrangig sogenannte Listenhunde und Problemhunde abgegeben, die kaum vermittelbar sind. Wenn ein Tierheim einen lieben Familienhund zur Vermittlung hat, streiten sich häufig 10 bis 20 Mitbewerber um ihn. Auch deutsche Tierheime sind auf Schutzgebühren für die Vermittlung der Tiere angewiesen und haben inzwischen Kooperationen mit ausländischen Tierheimen, um ihre leere Zwinger zu füllen.  

 

Argument 3: Hunde aus dem Ausland sind verhaltensgestört.

Manche Hunde aus dem Ausland haben Schreckliches erlebt. Viele Hunde, vor allem die ganz jungen, werden von der Straße geholt, bevor ihnen Schreckliches passieren kann. Im deutschen Tierheim findet man viele Hunde, deren Besitzer sie abgegeben haben, weil sie nicht mit ihnen klar kommen. Seien wir doch ehrlich: Einen Hund zu halten, ihn konsequent zu erziehen, ihn anzunehmen wie er ist, ist eine große Aufgabe und Herausforderung. Oft fordern wir vom Hund, was er gar nicht erfüllen kann, denn wir bringen es ihm nicht bei. Und das geht dem Hund vom deutschen Züchter genauso wie dem aus dem italienischen Canile. 

 

Argument 4: Hunde aus dem Ausland sind traumatisiert.

Die Auslandshunde haben meist kurz oder lang in einem Tierheim gelebt: Manche nur mit 100 Mitbewohnern, manche aber auch mit tausenden - wie z.B. in der Smeura in Rumänien mit ca. 5000 Insassen leben. Es ist laut, es ist stressig, es gibt keine Zukunft, es ist unberechenbar. Hunde aus Tötungsstationen haben meist besser Unvorstellbares mitgemacht, es sind Konzentrationslager, in denen wahllos und inhuman gequält und getötet wird. 

Was ein Hund vorher erlebt hat, ist individuell unterschiedlich. Auch, wie ein Hund auf das Erlebte reagiert, ist individuell. Für den einen Hund reicht ein Tritt und er hat sein Leben lang Angst vor Füßen. Der nächste Hund ist schwer misshandelt worden, schließt sich aber sofort liebevoll seinem Menschen an, wenn er in Deutschland aus dem Flugzeug steigt.

Schwierig sind diejenigen Hunde, die in ihrer frühen Welpenzeit keine soziale Prägung auf Umwelt und Menschen erhalten haben. Dies findet man in seiner schlimmen Ausprägung eher im Ausland als in Deutschland. Ein guter Tierschutzverein berät seine Interessenten entsprechend, um passende Hund-Halter Konstellationen zu finden.

Und Gott sei Dank findet man auch immer wieder Menschen, die sich gerade diese sehr schwierigen Hunde aussuchen, die sie mit viel Geduld und Liebe "gesellschaftsfähig" machen.

 

Wie sind sie denn nun, die Auslandshunde?

Da gibt es nur eine Antwort:

 

Auslandshunde sind  so bunt und verschieden wie deutsche Hunde.

 

 

Wir raten Ihnen:

Suchen Sie sich einen Tierschutzverein, dessen Vermittlerin wirklich mit Ihnen redet. Die Ihnen vielleicht sogar einen Hund ausredet, weil sie merkt, dass dies nicht der richtige Hund für Sie ist. Das ist ein gutes Zeichen. Hören Sie auf sie. Und ob es ein Hund aus einem deutschen oder einem Auslands-Tierheim wird, ist egal: Kein Hund verdient ein "lebenslänglich". 

Pfote sucht Glück: Adoption durch liebevolle Vermittlung von Hunden aus dem rumänischen Tierschutz