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... und weg sind sie!

Tina.s Hundeblog

Letztens war einer dieser perfekten Tage: blauer Himmel, Kälte, Sonne und Schnee! Wann haben wir hier schon mal Schnee? Aber an diesem Tag stimmte einfach alles.

Unser Spaziergang stand also unter einem guten Stern, ich hatte mir eine schöne Strecke am Feldrand am Bach entlang überlegt und los ging's.... Dackel Jesper an der Immer-in-der-Hand-Schleppleine (dieser Hund wirft keinen Blick zurück), Jola an der Wenns-sein-muss-tret-ich-drauf-Schleppleine und Dackel Juno schleppleinen- und leinenfrei - er hört (eigentlich) gut auf mich. Ich atmete tief durch und fast hätte ich angefangen zu singen, so schön war es. 

 

Bis der Hase kam. Und zwei meiner Hunde gingen.

Die Wenns-sein-muss-tret-ich-drauf-Leine wurde zu einer Spur im Schnee.

 

Es war der erschöpfendste Spaziergang meines Lebens. Ich spielte die Hauptrolle in einer dieser Bauernstadl-Komödien, in denen die Schauspieler durch eine Tür die Bühne verlassen und woanders wieder reinkommen. Leider verpassten meine Mitspieler ständig ihre Einsätze: Sie hatten das Drehbuch wohl nicht gelesen. Gesehen hab ich sie aber ab und zu.

 

In der Reihenfolge des Erscheinens:

Minute 14: Jola auf der linken Seite, mir einen schrägen Blick zuwerfend und mich in eleganter Kurve umrundend.

Minute 22: Dackel Juno von vorne aus dem Bachschilf-Publikum, mir noch nicht einmal zunickend.

Minute 26: Jola taucht von dort auf, wohin Dackel Juno verschwunden ist, pitschnass, sie war wohl in den Bach gefallen. Sie bleibt eine Weile, um sich warm zu sonnen, die Wenns-sein-muss-tret-ich-drauf-Leine immer knapp ausserhalb meines Drauf-Tret-Bereichs. Ich robbe mich durch den Schnee zu ihr. Das ist ein schönes Spiel für sie. Ich bin zu langsam.

Minute 43: Dackel Juno taucht auf und wieder ab. Wir sehen uns kurz in die Augen. Sicher ist er erleichtert, dass ich noch da bin. Ich renne ihm nach, Dackel Jesper an der Schleifleine hinter mich her schleifend. Jola überholt uns von hinten und ist sofort wieder außer Sichtweite. Niemand zu sehen außer Dackel Jesper, der jammert. 

Minute 52: Wieder auf dem Feld. Ich falle in eine Schneewehe. Die Leine fällt aus meiner Hand. Dackel Jesper entfernt sich im freien Galopp - ohne auch nur einen Blick zurück zu werfen.

Minute 53 bis 68: Ich liege auf dem Feld, abwechselnd lachend und heulend. Ich will kein Hundebesitzer mehr sein. 

 

In den Minuten 69 bis 94 schaffe ich es, jeden der Irren mit meinem Blasrohr einzeln zu erlegen und an den Füßen zusammen gebunden zum Auto zurückzuschleppen.

Eine schöne Fantasie - schön wärs! Stattdessen ist weitere Laufarbeit involviert und Dackel Juno taucht irgendwann, verlegen jeden Grasbüschel bepinkelnd, als letzter am Auto auf, in dem ich mich der Situation inzwischen wartend ergeben habe.

 

Wenn man doch bloß nicht so viel Angst um sie hätte.

 

Bis zum nächsten Mal.

Eure Tina.

 

Nachsatz 1: Das Blogbild zeigt den getrackten Ausflug, den Dackel Jesper in Dänemark machte. Wir hatten Mitleid mit ihm und ließen ihn frei laufen. Er teilte dieses Gefühl nicht mit uns.

 

Nachsatz 2: Den Tracker finden wir im Moment nicht.

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Kommentare: 1
  • #1

    Luise Karoline (Sonntag, 08 April 2018 17:44)

    "Ich liege auf dem Feld, abwechselnd lachend und heulend. Ich will kein Hundebesitzer mehr sein. "- wer kennt das nicht....und zu langsam ist man auch IMMER. Sehr schöner Blog-Eintrag.