+++ Reisebericht Bulgarien +++
21.06.2022
Nun ist doch einige Zeit vergangen, es hat bereits wieder Arbeit gewartet und trotzdem wollen wir euch über unseren Kurzbesuch in Bulgarien bei Petia und Drago erzählen.
Seit mehr als über einem Jahr gibt es unser kleines Projekt mit R.E.D pet, Petia und Drago in Bulgarien. Hauptsächlich ging es dort um die vielen Katzen, die die beiden Tierschützer aufgenommen haben und für die wir Familien suchen. Aber es sind auch in den letzten Monaten einige Hunde dazugekommen, die dringend Pflege- oder Endstellen suchen, da sie privat bei Petia und Drago oder in Pflegestellen untergebracht sind. Nun konnten wir uns selbst ein Bild machen.
Bulgarien ist das ärmste Land Europas und somit haben die Tiere genau wie in Rumänien dort keine Lobby. Es leben viele Hunde und Katzen auf der Straße zum Leidwesen mancher Anwohner. So werden immer wieder Vergiftungsaktionen gestartet. Die Tiere leben in den kleinen Orten in Gärten oder Höfen, teilweise auch auf der Straße, obwohl sie Besitzer haben. Da in Bulgarien leider wenige die Tiere kastrieren lassen, hat man immer wieder ungewollten Nachwuchs, den man einfach mal im Karton irgendwo hinstellt. Meist erledigt es sich von selbst und die Kleinen sterben einen qualvollen Tod, aber immer öfter gibt es liebe Menschen, die dann Tierschützer in der Region anrufen. Petia wird täglich mit solchen Schicksalen konfrontiert.
Unsere Reise war kein großer Schock, denn viele Dinge kennen wir bereits von unseren Reisen nach Rumänien. Doch eine gewisse Traurigkeit schwingt immer in diesen Besuchen mit, denn wir können leider nicht jedem Straßenhund helfen, obwohl wir das Elend mit eigenen Augen sehen. Deshalb sind wir dankbar über jeden Menschen, der dort vor Ort sich um diese Tiere kümmert. Petia und Drago sind zwei davon.
Beide haben sich dieser Tiere angenommen, ihre Lebensaufgabe ist es, ungewollten, kranken und ausgesetzten Tieren zu helfen. Und das machen sie mit viel Hingabe und Liebe. Vor einiger Zeit haben sie sich extra ein Haus in den Bergen gekauft, da sie vorher eine Stadtwohnung hatten und dort den Tieren nicht gerecht werden konnten. Die Hunde waren alle in sogenannten Hundehöfen untergebracht, die sich gut bezahlen ließen, wo aber nicht viel mit den Tieren gemacht wurde. So starteten sie mit der Gründung ihres Tierschutzvereins R.E.D pet einen für sie anderen Tierschutz und so konnten auch wir helfen, da R.E.D pet eine gemeinnützige Organisation in Bulgarien ist.
Aber vieles hat auch seine Tücken. Beide sind berufstätig und die Tiere müssen auch versorgt werden. Wir haben erlebt, wieviel Zeit in diese Versorgung fließt, wie oft sie unterwegs zur Tierklinik sind, wie wenig Zeit sie eigentlich für sich haben. Die Hunde leben dort in Hundegruppen und werden auch in diesen in den Garten gelassen. Und auch die Katzen müssen mehrmals am Tag versorgt werden. Dazu kommen die kranken Tiere, wo der Aufwand für die Betreuung noch höher ist. Im Sommer mag das alles auch noch besser funktionieren als im Winter.
Wir haben alle Tiere kennengelernt, die Tierkliniken besucht, sogar eine Führung vom Chefarzt in der größeren Klinik erhalten und die Pflegestellen von einigen Hunden kennengelernt. Kessy und Kater Marlin in der einen Klinik besucht. Hier haben wir mit Kessys Physiotherapeutin gesprochen, die extra wegen uns noch einmal aus der Uni in die Tierklinik kam. Ein herzliches Dankeschön auch noch einmal dafür. Oskar, Anton und Elfie haben wir in dem kleinen Tierheim besucht, in dem sie erst einmal untergebracht sind. Leider hatten wir die meisten Tage Dauerregen, aber trotzdem haben wir versucht, alles abzuarbeiten. Und wir haben Petias Geburtstag gefeiert, das war eine besondere Freude. Hier haben wir Svenja kennengelernt, eine junge Hündin, der vor einigen Jahre eine Prothese implantiert wurde. Denisé kannte Svenjas Geschichte und umso mehr hat sie sich gefreut, sie endlich einmal wirklich zu sehen.
Wir sind nun wieder zurück in Deutschland mit vielen Eindrücken, Gefühlen und mit der Hoffnung, dass wir doch Pflegestellen bzw. neue Familien für alle unsere Tiere finden. Das wird natürlich auch immer schwerer.
Auf jeden Fall hat es sich für Shari gelohnt, denn Ihre neue Familie wartet nun auf sie, da ihr Frauchen sie persönlich kennenlernen durfte. Es wird für beide ein langer Weg, Shari ist sehr sensibel, aber es wird richtig gut werden, davon sind wir überzeugt. Alle anderen Hunde sind gut sozialisiert, kennen aber nicht viel, sind alle sehr lieb und warten nun auf Anfragen.
Bulgarien ist trotz des Tierelends ein sehr schönes Land, es hat 33 Gebirge und liegt im südöstlichen Teil der Balkanhalbinsel. In der viel zu knappen Zeit haben uns Petia und Drago doch noch einige Sehenswürdigkeiten in Sofia gezeigt. Eine blühende Stadt inmitten der Berge und doch mit so viel Tierleid.

 


Unsere Reise im September 2021

12.09.2021

Es ist viel Zeit vergangen, seitdem wir das letzte Mal Sanda besuchen konnten. Umso größer ist die Freude über Denisés und Ingas Flug nach Rumänien. Heute war es endlich so weit!
Die beiden waren sehr aufgeregt und voller Vorfreude endlich wieder die Fellchen in Sandas Tierheim besuchen zu können und die Gelegenheit zu nutzen, viele neue Bewohner kennenzulernen.

Die nächsten Tage werden aufregend und voller Arbeit sein, denn wie immer ist die To-do-Liste lang.


13.09.2021
Der 1. Tag im Shelter war sehr aufregend und nach fast 2 Jahren ein nach Hause kommen.
Wir sind erst einmal von Zwinger zu Zwinger gegangen, haben unsere schon bekannten vierbeinigen Freunde begrüsst und die neuen Hunde kennengelernt. Wir sagen immer wieder, sie haben alle so sehr ein Zuhause verdient.
Auf dem nach Hause Weg haben wir viele neue, aber auch altbekannte Straßenhunde gefüttert.
Es ist schön, wieder hier zu sein. Sanda hat in den 2 Jahren so tolle Arbeit geleistet, dafür danken wir ihr von Herzen. Einige Zwinger wurden geöffnet und somit den Hunden mehr Bewegungsfreiheit gegeben. Unsichere Hunde sind offener zu fremden Menschen geworden. 
Jetzt sind wir zufrieden und müde und wünschen Euch eine gute Nacht!


14.09.2021
Unser heutiger Tag war sehr ausgefüllt, aber das "Beste" kam zum Schluss. Nachdem wir den Shelter heute etwas früher verlassen hatten, um uns noch mit Chris, unserer Katzenpflegmama zu treffen, gab es erst wie immer für die Straßenhunde Futter. An der neuen Futterstelle in der Nähe eines Bauernhofes sagte Sanda nur "a Puppy..." Inga rannte sofort hin und nahm in hoch und sagte "my first Puppy". Tja da wussten wir noch nicht, dass aus einem gleich noch weitere 10 Welpen plus einer Mama werden würden. Wir sammelten den Rest der Familie direkt beim Bauernhof ein und nahmen auch die Mama mit, die übrigens sehr freundlich reagierte.
11 Welpen und eine Mama zu den Welpen, die Sanda bereits vorher schon gerettet hat..... Sorry, aber wir konnten sie nicht zurücklassen. Wahrscheinlich gehören auch die Welpen Lucia und Lian mit zu den Kindern der Hündin.


15.09.2021
Unser 3. Tag in Rumänien bei Sanda und den Hunden/Katzen ist nun auch fast beendet und wir möchten euch wieder berichten.
Wir konnten uns heute wieder mal ein Bild davon machen, was für eine Arbeit Sanda und ihr Team leisten. Der Tag heute war ausgefüllt mit dem "Fertigmachen der Mama und ihren 11 Welpen" und wir können wirklich schreiben, es hat fast den ganzen Tag gedauert.
Alle großen und kleinen Hunden saßen voll mit Flöhen, Läusen und Zecken, dazu kamen noch einige Kletten. Sanda verwendet hierfür erst einmal ein Mittel, welches Insekten aller Art tötet, aber nicht giftig für Säugetiere ist. Erst war Mama dran, sie wurde komplett mit dem Mittel, welches mit Wasser verdünnt wird, eingerieben. Das Ungeziefer wird danach wirklich abgesammelt. Auch die Welpen bekamen diese Behandlung, aber sie wurden noch wie kleine Cocons eingewickelt, so dass das Mittel gut wirken konnte. Alle wurden danach ausgekämmt. Diese Prozedur ist sehr zeitaufwendig, aber wirksam. Zu guter Letzt kam dann noch das Aufnehmen in Sandas Bestandsbuch, Wiegen und Entwurmen.
Ihr könnt euch vorstellen, bei 12 Hunden ist das nicht so einfach getan.
Ein kleiner Welpe, der Dank seiner lieben Patin nun Theo heißt hat einen Leistenbruch und wir waren noch bei Dr. Alina in der Klinik. Theo muss operiert werden und das so schnell wie möglich. Die OP findet diesen Freitag statt. Wir hoffen und bangen natürlich und freuen uns auf ganz viele Daumendrücker für Theo.
Wir möchten Sanda und ihrem Team einfach wieder mal Danke sagen, für diese wirklich großartige Arbeit. 
Thank you so much dear Sanda.


16.09.2021
4. Tag in Rumänien
Angefangen hat dieser, wie der andere gestern geendet hat, mit der Sorge um unseren kleinen Theo. Nachdem er nichts gefressen hat, sind wir heute Morgen als erstes in eine sehr gute Tierklinik gefahren. Theo wurde gründlich untersucht, auf Parvovirose, Giardien und Coronaviren im Darm getestet und es wurde ein Blutbild erstellt. Der Test war negativ, hurra, dafür war aber das Blutbild so schlecht, dass Theo sowohl Infusionen als auch eine Bluttransfusion bekommen hat. Er hat danach gefressen und auch schon mal alle angebellt. Wir hoffen so sehr.... Die Operation kann übrigens noch warten, denn er muss erst einmal stabil sein.
Im Tierheim gab es wieder viel Arbeit, vor allem für Sanda und die Arbeiterinnen. Ada, wie die neue Mama nun heißt und ihre Welpen sind heute umgezogen und vorher musste der große Zwingerbereich noch für die Kleinen fertiggemacht werden. Außerdem hat Sanda allen anderen Welpen Fieber gemessen, alle waren soweit fieberfrei.
Morgen geht es weiter, die nächsten Impfungen und Entwurmungen stehen an und natürlich wollen wir weiterhin die Hunde in den Zwingern besuchen, Bilder machen und einfach nur bei ihnen sein.


17.09.2021
5. Tag in Rumänien
Nun wissen auch wir wie es ist so viele kleine Seelen zu retten und eine davon zu verlieren. Wir haben Theo im Arm gehalten, wir haben ihn gestreichelt und dann kam gestern Morgen im Auto auf dem Weg zum Shelter die niederschmetternde Nachricht, dass er uns verlassen hat. Tränen sind geflossen und die Stille hat den Raum eingenommen. Es war so unendlich schwer und das erlebt Sanda immer wieder.
Unser Tag war arbeitsreich, Entwurmungen von vielen Welpen und die nächsten Impfungen für einige Hunde standen an. Zum Schluss haben wir 10 kleine Winzlinge gewaschen und sie weiter vom Dreck und Ungeziefer befreit.
Wir möchten uns noch einmal bei unseren Paten/innen bedanken, denn alle Welpen und die Mama werden nun unterstützt!


18.09.2021
6. Tag in Rumänien
Heute war ein sehr schöner und etwas entspannterer Tag. Maud, eine liebe Freundin von Sanda und Patin vieler Hunde ist seit gestern auch hier zu Besuch und hat uns heute zusammen mit Andrei ins Tierheim begleitet.
Leider gab es nach Ankunft gleich die Nachricht, dass einer der Welpen von Ada nichts fressen möchte, also ist Sanda sofort mit ihm in die Tierklinik gefahren. Die kleine Ylvie hat nun Infusionen bekommen und wir müssen ganz viel beten, dass alles gut wird.
Natürlich waren wir in der Zeit nicht untätig und haben einige Hunde zum Leinentest in den Auslauf geholt. Sandy, Bonny, Sima, Mitzy und Tembe alle durften sie einmal kräftig rennen und haben auch gut das Training mitgemacht.
Und im anderen Freilauf haben dann schon die Jungspunde gewartet. Leinentraining fiel aus, dafür wurde gespielt und mächtig mit Wasser geplanscht, das muss auch einmal sein.
Wir wünschen euch eine Gute Nacht, jetzt wird zusammengepackt, denn Morgen wird der Tierheimbesuch leider etwas kürzer, es geht wieder nach Hause und wie immer mit einem weinenden Auge, denn wir lieben es hier in Rumänien bei Sanda und den Hunden zu sein.


20.09.2021
Gestern haben wir nun Abschied von Sanda und unseren Tieren genommen.
Die Zeit flog dahin und wieder konnten wir so vieles nicht machen. Trotzdem haben wir es so sehr genossen, wieder vor Ort zu sein.
Wir danken Sanda und ihrem Team von Herzen für die wirklich ganz großartige Arbeit unter oft schwierigen Verhältnissen.
Der Abschied fällt immer schwer und natürlich kommen wir wieder.